Pfarrkirche – Pfarrei Münchenreuth

Die erstmalige urkundliche Nennung von Münchenreuth – als „Monicherut“ – erfolgt zwar erst am 9. März 1185 in dem bekannten Schutzbrief des Papstes Lucius III. über das Kloster Waldsassen, was jedoch nicht ausschließt, dass der Ort, der sich nach seinem Namen als „Rodung der Mönche“ darstellt, wohl schon früher entstanden sein dürfte. Als Hinweis auf die frühere Entstehung gilt allgemein auch das Patrozinium der Pfarrkirche. Diese ist dem Hl. Emmeram geweiht, der als einer der „Apostel Bayerns“ verehrt wird, in Regensburg als Wanderbischof wirkte und um das Jahr 700 in Kleinhelfendorf bei Aibling den Märtyrertod erlitt.

Münchenreuth bildete den ersten Richteramtsbezirk des jungen Zisterzienserklosters Waldsassen (gegr. 1133) und zählte traditionsgemäß zu den Klosterpfarreien. 1434 lässt sich das Stift Waldsassen den Gebietsbesitz in der „Goldenen Bulle“ bestätigen. Darin erscheint selbstverständlich auch „Munichreuth mit seinen Höfen, dem dazugehörigen Gericht und der Pfarrkirche ebenda“.  

Pfarrer Paulus Eckhardt, dessen Grabplatte sich in der Pfarrkirche vor dem Hochaltar befindet, hat die Pfarrkiche 1685 erneuern lassen. Die Pfarrmatrikel berichtet hierzu, dass der Regensburger Weihbischof Ernst Graf von Wartenberg am 6. September 1689 in München-reuth zur Firmung weilte und dabei an der barockisierten Kirche mit ihren drei Altären auch die kirchliche Weihe vollzog.
1698 wurde der Kirchensprengel Konnersreuth eine eigene Pfarrei und um 1800 gehörten auch noch die Orte und Weiler Netzstahl, Schönlind, Wolfsbühl, Glaswies und Glasmühle zur Pfarrei Münchenreuth.

Nachdem 1689 Münchenreuth an das Kloster Waldsassen gekommen war, ließ sich der Abt die Betreuung und Ausstattung der klösterlichen Seelsorgestellen angelegen sein. So erfuhr auch die Münchenreuther Pfarrkirche um 1770/1796 eine neue Ausstattung mit Altären und Deckengemälden.
Die Kunsthistoriker sprechen bei der Pfarrkirche in Münchenreuth von einer gotischen Anlage, die – wie erwähnt – in der Barockzeit umgestaltet worden ist. Der Turm im Osten der Kirche, der oben ins Achteck übergeht und eine harmonisch geformte Zwiebel samt Laterne trägt, gilt als einer der schönsten des Stiftlandes und bildet das weithin sichtbare Wahrzeichen des Ortes.

Im Jahre 1998 wurde der Innenraum der Kirche grundlegend renoviert und auch ein Volksaltar errichtet, der von Weihbischof Wilhelm Schraml aus Regensburg am 27.9.1998 in einer eindrucksvollen Feier konsekriert wurde.

Heute zählt die Pfarrei rd. 460 Katholiken, die in den Orten Münchenreuth, Pechtnersreuth, Groppenheim, Hundsbach, Schloppach, Egerteich, Neusorg, Schottenhof und Kappl leben.

Der derzeitige Pfarradministrator P. Friedhelm Czinczoll von der Ordensgemeinschaft Oblaten des heiligen Franz von Sales vom nahegelegenen Kloster Fockenfeld ist der 56. namentlich bekannte Pfarrer der Pfarrei St. Emmeram Münchenreuth.

 

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